Pferde gezielt fördern, nicht überfordern

von Marlitt Wendt

Foto: Cornelia Ranz

Foto: Cornelia Ranz

Traumata bei Pferden sind weit stärker verbreitet als gemeinhin vermutet. Pferde sind sehr sensible Persönlichkeiten; zum Teil genügen schon einzelne negative oder belastende Erlebnisse, um ein Trauma auszulösen, das je nach Schweregrad schnell zu einem handfesten Angst- oder Stressproblem führen kann.

Egal, ob es sich um ein echtes Trauma handelt, das in einem Unfall des Pferdes, einer tief gehenden körperlichen oder seelischen Verletzung oder in einem extrem angstmachenden Ereignis begründet liegt, oder ob es sich „nur“ um ein Unwohlsein und um Stress bei bestimmten Auslösern handelt, wir Menschen können viel tun, um Traumata des Pferdes sanft zu bewältigen und so einen Trainingsweg zurück zum entspannten Miteinander zu finden.

Schritt eins: Erstellen einer Reizhierarchieskala

Pferde mit einem Verladeproblem fürchten oft enge, dunkle Räume, unbekannte Bodenbeläge oder auch für sie nicht einzuschätzende Geräusche. In einer Reizhierarchieskala werden nun die möglichen Schauplätze des Problems beschrieben und sortiert, um einen Überblick zu erhalten, welche Problemfelder in welcher Stärke – also  beispielsweise Entfernung, Geschwindigkeit oder Größe – moderat vorhanden sind, welche Reize vorhersehbar zu deutlichem
Unwohlsein führen und welche sogar zu starkem Stress oder zu echter Panik führen. Dabei geht es gerade darum, die untersten Ebenen der Skala zu finden, um einen sanften Einstieg für die Verhaltenstherapie zu ermöglichen. Erst wenn das Problemfeld genau umrissen ist, geht es an die einzelnen Trainingsschritte.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Sanfte Angstbewältigung“ in Natural Horse 01/2016

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