Vom Problempferd zum Kumpel

von Meike Bölts

 

Foto: Meike Bölts

Foto: Meike Bölts

Beim Züchter aufgewachsen, war Samson schon als Fohlen viel allein unterwegs. Seine Mutter war oft in heller Aufregung, weil sie hinter dem unternehmungslustigen Kerl hermusste. Als das Fohlen fünf Monate alt war, verstarb die Mutterstute aufgrund eines Unfalls. Daraufhin kam es in eine reine Fohlenhengstherde. Claudia Millerbeschreibt ihn so: „In einer Herde ist er relativ dominant, hat aber wohl nie richtig gelernt, wie man sich im Sozialverband angemessen verhält. Er versuchte sich hochzukämpfen, ist aber kein wirklich souveräner Typ. Pferde, die er nicht mag, werden gejagt. Problematisch war es, als er in eine Herde kam, die kein gutes Gefüge hatte, und er die Chefrolle übernehmen musste – damit war er überfordert.“

Losreißen und davon stürmen

Schwierig in den Griff zu bekommen war auch Samsons Angewohnheit, sich in bestimmten Situationen loszureißen, um dann kopflos davonzustürmen. „Samson schlug so lange mit dem Kopf, bis er das Seil hatte, und gab dann Gas“, erzählt Claudia Miller, die oft vergeblich versuchte, ihn zu halten, und dabei sogar bäuchlings durch den Misthaufen gezogen wurde. Aus Erfahrung  weiß die Trainerin, dass Pferde sich oftmals losreißen, weil eine gewisse Reizschwelle überschritten wurde. „Sie sind dann mental und emotional total angespannt, bis der Punkt kommt, an dem nichts mehr geht. Wenn ein Pferd das einmal verinnerlicht
hat, wird daraus schnell ein Muster, das es beibehält.“ Solche Pferde befinden sich in einer Art körperlichem Alarmzustand, mit dem sie in der Natur auf lebensgefährliche Situationen reagieren würden.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Samson – das Sorgenkind“ in Natural Horse 01/2016

Weitere Artikel in der gleichen Ausgabe