Hilferufe wahrnehmen

von Andrea Zachrau

Foto: Andrea Zachrau

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Forscher fanden heraus: Pferde zeigen bei Depressionen sehr ähnliche Symptome wie der Mensch: Sie sind apathisch, in sich zurückgezogen, gleichzeitig aber auch weniger belastbar.

„Depressive Pferden wirken ausdruckslos. Ihre Mimik scheint merkwürdig glatt, den Augen fehlt der Glanz, es ist klein und leer“, beschreibt Almut Helwig weitere Anzeichen. „Sie gucken den Menschen nicht an, sie sehen durch ihn hindurch.“ Auch auf Verhaltensweisen, die wir Menschen normalerweise als Zeichen von Entspannung werten würden und die in der jeweiligen Situationen gerade nicht passen können, sollte man achten: Scheinbar desinteressiertes Gähnen während eines aufregenden Messeauftritts, eine hängende Unterlippe, während das Pferd im Trab gearbeitet wird, ein Stehenbleiben mit entlastetem Hinterhuf, während der Trainer gerade mehr vom Pferd fordert, wirken auf uns wahlweise entspannt, faul oder ignorant. Man muss man hier aber jeweils sehr genau hinschauen!“

Hochgradig depressive Pferde zeigen nur wenig Interesse an ihrer Umwelt, nehmen  nicht mehr am Herdenleben teil und spielen nicht mehr mit ihren Weidekollegen.

Hinzu kommen – das werde viel zu selten bedacht – häufige Stallwechsel und der Verlust von Freunden. „Pferde haben ein starkes Bedürfnis, Freundschaften einzugehen. Werden diese auseinandergerissen, leiden sie sehr darunter.“ Almut Helwig´s eigene Tinker Stute beispielsweise habe es aufgegeben, sich an andere Pferde zu binden. „Sie ist schon 15 Jahre bei uns, trotzdem und trotz wenig Wechsels in unserer Herde hat sie nie wieder eine enge Bindung zu einem der anderen Pferde aufgebaut.“ Allein ihrem eigenen Fohlen, das bis heute zur Herde gehört, ist sie eng verbunden.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Depressionen beim Pferd erkennen“ in Natural Horse 03/2016

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