Verhaltensauffälligkeiten erkennen und berücksichtigen

von Sandra Fencl

Die meisten Probleme mit Pferden beruhen auf einer unzureichend korrigierten und/oder ver­standenen natürlichen Schiefe des Pferdes. Wenn ein Pferd beispielsweise links hohl ist, trägt es mehr Gewicht auf der rechten Schulter. Dies führt dazu, dass diese Gliedmaße einer­seits weniger flexibel und andererseits ver-schleiß­- und damit schmerzanfälliger ist.

Pferde laufen immer ihrem (Gleich­)Gewicht hinter­her. Wenn wir als Reiter die Schiefe des Pfer­des zu wenig beachten und unseren Vierbeiner zu wenig geraderichten, wird das links hohle Pferd auf der linken Hand mit der Schulter „an der Bande kleben“ und mit der Hinterhand nach innen driften. Auf der rechten Hand wird es sich generell „ungern“ oder sogar eher „widerspens­tig“ präsentieren. Je nach Typ wird es auf der rechten Hand durch sein erhöhtes Stressniveau im schlimmsten Fall sogar mit „Unmut“, Bocken, Steigen, Treten oder Beißen (Gebirgsequidentyp) oder mit Flucht (Steppenpferdetyp) reagieren und konstant den Zirkel und die Ecken abkürzen und nach innen fallen. Dies hat keineswegs mit einem schlechten Cha­rakter zu tun, sondern mit Stress aus der unzu­reichend korrigierten Schiefe. Die Schiefe macht den Pferdekörper nicht nur vorhandlastig, steif und verschleißanfällig, sondern kann dem Pferd echte Schmerzen bereiten und somit zu „Prob­lempferdeverhalten“ führen. Deshalb ist für mich das Verständnis der Schiefe des Pferdes und die Korrektur bereits am Boden vor dem Reiten das A und O, um gefährliche Situationen oder „unbere­chenbares Verhalten des Pferdes“ zu vermeiden. Ein noch schiefes Pferd ist immer eine tickende Zeitbombe. Hingegen ein weitestgehend gerade­gerichtetes Pferd wird sich sogar in unvorherge­sehenen Situationen durch eine gute äußere wie innere Mitte und Balance auszeichnen. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Problempferde im Training“ in Natural Horse Ausgabe 01/2020

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