Ambivalenz und Selbstwert im Umgang mit Pferden

von Mechtild Blankenagel

Foto: Birgit Lehner

Foto: Birgit Lehner

„Ich möchte mit Stormy heute einen frischen Spaziergang im flotten Schritt unternehmen, der ihn gut in Bewegung bringt. Grasen kann er danach auf seiner Weide. Während des Spaziergangs wird heute nicht gegrast.“ So nimmt es sich Caroline S. für sich und ihr Pferd Stormy vor. Dann passiert jedoch Folgendes: Kaum dreht Stormy auf dem Spaziergang seinen Kopf in die Richtung der schönen Wiese, auf der das Gras viel höher und grüner wächst als auf seiner eigenen, gerät Carolines Vorsatz ins Wanken. „Vielleicht sollte ich ihn hier doch mal grasen lassen, nur ein wenig, das Gras sieht besonders appetitlich aus. Ich verstehe ja schon, dass er seinen Kopf gar nicht abwenden kann von dieser Wiese …“

Caroline ist ambivalent. Wenn Ambivalenz im Zusammensein von Mensch und Pferd auftaucht, ist sie in Wahrheit oft Unentschiedenheit, Unklarheit, Unsicherheit. Ist man innerlich hin- und hergerissen und weiß nicht genau, was man will, während man mit seinem Pferd arbeitet, wird man es an seiner Körpersprache deutlich sehen und spüren, wenn man Augen, Ohren und Herz offenhält. Wer Hemmungen hat, seinem Pferd klare Anweisungen zu geben und klare Grenzen zu setzen, weil er das in seinem inneren menschlichen System zu „hart“ findet, wird sein Pferd in Unsicherheit stürzen und sich selbst gleich mit, …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Pferde brauchen Klarheit“ in Natural Horse 04/2015

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