Probleme, Erkrankungen und Behandlung

von Dr. Karin Palmer und Mag. Caroline Rezabek

Bei alten Pferden kann es dazu kommen, dass die Zähne zu stark abgenützt sind, um das Heu und langstängeliges Gras ausreichend mahlen zu können. Das Pferd kann an Gewicht verlieren, obwohl es augenscheinlich viel frisst, jedoch zusätzlich Heuröllchen ausspuckt („Wickelkauen“). Eine genaue Beobachtung des Pferdes beim Fressen und des Pferdekopfes kann auch dem Besitzer schon viele Hinweise auf Zahnprobleme liefern.

Wie funktioniert ein Pferdezahn?

Pferdezähne kann man mit Bleistiften vergleichen, die mit einer Bleimine befüllt sind. Die Mine nützt sich beim Schreiben ab, wodurch auch eine Spitze entsteht, und irgendwann ist die Mine kurz und der letzte Zentimeter findet keinen Halt mehr im Bleistift und fällt hinaus. So ähn-lich funktioniert das auch bei den Zähnen: Bis das Pferd circa acht Jahre alt ist, wächst der Zahn im Kiefer bis zu zwölf Zentimeter in die Länge. Die Zahnkrone nützt sich durch den Mahlvorgang ungefähr zwei Millimeter im Jahr ab und schiebt sich dabei weiter aus dem Zahnfach hinaus.

Wie läuft eine Zahnbehandlung beim Pferd ab?

Ausgebildete Pferdedentalpraktiker achten auf subtile Veränderungen am Pferdekopf und können auch am „wachen“ Pferd oft schon viele Befunde erheben. Die meisten Pferde lassen einen Blick ins Maul ohne Maulgatter zu und viele lassen sich auch die Zähne abtasten. Eine so gründliche Voruntersuchung liefert oft schon Hinweise auf vorliegende Zahnerkrankungen und gibt nicht nur Aufschluss darüber, ob das Pferd eine Zahnbehandlung nötig hat, sondern auch, ob es fit genug ist, sediert zu werden. Für eine genaue Kontrolle muss ein Öffnen der Kiefer durch das Maulgatter sowie die Untersuchung mit einem Spiegel oder Zahnendoskop erfolgen, was in der Regel nur unter einer Sedierung möglich ist. Eine Sedation hat einige Vorteile: Das Pferd ist entspannt, was sich nicht nur positiv auf die Psyche auswirkt, sondern auch bedeutet, dass es das Maul ohne viel Gegendruck aufs Maulgatter öffnet und somit seine Kiefergelenke schont. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Oldies auf den Zahn gefühlt“ in Natural Horse Ausgabe Spezial Pferdesenioren

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