Was man über einen gut angepassten Sattel wissen sollte

von Jochen Schleese (Sattlermeister und Sattelergonom)

Kaum fängt der Frühling an, ist es an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, ob auch all das Zaumzeug und die restliche Ausrüstung noch funktionsfähig sind, denn die Trainingsmonate stehen vor der Tür. Besonders dann, wenn das Pferd über die Wintermonate nicht geritten wurde, sollte man sicherstellen, dass der Sattel entsprechend angepasst ist. Wenn man ernsthaft zu trainieren beginnt, hat das Pferd dann mehr Komfort und Freiheit, neue Muskeln aufzubauen. Dazu gehört ein gut sitzender Sattel – nicht nur für das Pferd, sondern auch für den Reiter.

Gleichgewicht im Sattel

Ein Sattel, bei dem der Vorderzwiesel zu hoch und der Hin-terzwiesel zu tief ist, kann Druck auf den Pferderücken verursachen. Für das Pferd wird es sehr schwer sein, den Rücken einzusetzen, da zu viel vom Reiterkörpergewicht zu weit hinten lastet. Wenn Ihr Sattel vorn zu tief ist, drückt er in die Schulter vom Pferd, was Ihr Pferd sehr einschränken kann.

Genauso wichtig – Anatomie des Reiters

Jetzt aber zum Reiter – der genauso wichtig oder sogar noch wichtiger als das Pferd in puncto Sattelanpassung ist, jedoch öfter vernachlässigt wird. Das Hauptargument hier-für ist immer: „Der Sattel soll dem Pferd passen!“ In den letzten 50 Jahren hat sich der Trend in der Industrie grundlegend geändert. Immer mehr Frauen reiten. Sogar in der Westernwelt zeigen Statistiken, dass um die 75 Pro-zent Teilnehmer an den Events weiblich sind. Das Problem ist, dass Frauen auf Sätteln sitzen, die für Männer gemacht sind. Aber wo ist das Problem? Es scheint so, als ob die Sattelhersteller nicht einmal die Tatsache in Erwägung gezogen haben, dass Frauen anders gebaut sind als Männer.

Sattelblatt

Die Hüftknochen von Frauen werden am Hüftgelenk unterschiedlich bewegt. Speziell weibliche erwachsene Amateurreiterinnen, die erst später in ihrem Leben zu reiten begannen oder die nicht regelmäßig reiten, sind gefordert, ihre Beine gerade hängen zu lassen, da diese auf natürliche Weise abgewinkelt werden. Männerbeine hängen natürlich gerade, aber eine Änderung des Sattelblattwinkels und auch der Position der Pausche kann dies mit einem weiblichen Sattel beheben.  …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Passt der Sattel für mich und mein Pferd?“ in Natural Horse Ausgabe 02/2020

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