von Dr. Christina Fritz

Foto: Christiane Slawik

In der Natur läuft das Fohlen in der Regel neun bis zehn Monate mit seiner Mutterstute. Erst relativ kurz bevor das Geschwisterchen kommt, fängt die Stute an, das Fohlen vom letzten Jahr nach und nach wegzutreiben. Das Fohlen sucht daher mehr Kontakt zu den Altersgenossen und den anderen, älteren Pferden.

Ein verantwortungsvoller Züchter versucht in der Regel, das Fohlen ähnlich sanft abzusetzen. Anfangs werden die Fohlen meist tagsüber auf eine separate Weide gestellt, die neben der Stutenkoppel ist. Über Nacht kommen die Fohlen wieder zu den Stuten. Nach einigen Wochen gewöhnt sich das Fohlen daran, die Mutter zwar noch zu sehen, aber nicht mehr ständig bei Fuß zu laufen. Es wird langsam entwöhnt und lernt in vertrauter Umgebung, allein zurechtzukommen.

Die Realität sieht oft anders aus

Am Stichtag fährt ein Transporter vor und alle Fohlen werden von der Mutter weg aufgeladen und auf eine Aufzuchtstation oder zu den neuen Besitzern gebracht. Dieses „harte“ Absetzen ist ein wochenlanger Stress für das Fohlen. Es trauert seiner Mutter und seiner Herde nach und muss sich gleichzeitig zwischen vielen fremden Pferden zurechtfinden, die oft ganz unterschiedlich sozialisiert sind. Insbesondere Fohlen aus Hand- oder Einzelaufzucht finden sich oft überhaupt nicht in der Gruppe zurecht und reagieren – je nach Charakter – mit Aggression oder Depression. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Aufzuchtpferde artgerecht halten und füttern“ in Natural Horse 01/2018

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