zur gemeinsamen Stärke finden

von Martina Kiss

Foto: Maresa Mader

Lange bevor ich als Mensch in den inneren Kreis des Pferdes trete, nimmt es wahr, wie es in mir aussieht. Diese Vorgehensweise des Pferdes hat uns die Evolution beschert, die das Pferd als Fluchttier und somit als Beutetier kategorisiert hat. Pferde müssen blitzschnell reagieren, nur so ist es ihnen möglich zu entkommen, wenn ein hungriges Raubtier in ihrer Nähe ist. Der ganze Körper des Pferdes ist in seiner Jahrmillionen langen Entwicklung darauf ausgelegt zu fliehen. Doch was bringt uns Menschen dieses Wissen? Zwei Dinge: Entweder wir erkennen jeden nächsten Schritt, den das Pferd macht, im Voraus, um agieren zu können, oder wir warten genauso ab wie das Pferd, wenn es ein Gegenüber taxiert.

WAS ERWARTET DAS PFERD VON MIR?

Ganz einfach – Sicherheit und Schutz. Erkennt unser vierbeiniger Partner, dass ich als Mensch unsicher bin – und das erkennt das Pferd in Sekundenbruchteilen –, wird es mich nicht als klare Person akzeptieren und es wird versuchen, die Führung zu übernehmen. Meist sind es Pferde, die von sich aus Alphatiere sind. Mit einem Alphatier als Pferd hört man oft vom Pferdebesitzer folgende Sätze: „Heute hat er mich wieder am Bach abgeladen!“, oder: „Keinen Schritt hat er sich über das Hindernis bewegt!“ Allzu oft gehen solche Pferde dann von Hand zu Hand und werden weitergegeben wie ein abgelegtes Kleidungsstück, weil der Besitzer „nicht mit ihm klarkommt“. Es wird als verrückt tituliert und als unreitbar abgetan. Dabei ist gerade so ein Pferd ein idealer Lehrmeister. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Durch Erdung und Klarheit“ in Natural Horse 01/2018

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