– Fluch oder Segen?

von Dr. Christina Fritz

Foto: Christiane Slawik

Zu den Vorteilen der künstlichen Besamung gehört es ganz klar für den Stutenhalter, dass er sein Pferd nicht über viele Kilometer oder vielleicht sogar in ein anderes Land oder auf einen anderen Kontinent transportieren muss, nur um zum passenden oder gewünschten Hengst zu kommen. Neben dem Transportstress müssen in diesem Fall ja auch immer die Kosten für das Einstellen auf einer Zuchtstation sowie die Gefahr für Infektionskrankheiten durch den Aufenthalt in einem fremden Stall mit bedacht werden. Ebenso senkt man das Risiko, dass die Stute beim Deckakt mit Geschlechtskrankheiten angesteckt wird oder Verletzungen vom Hengst davonträgt.  So gesehen ist also die künstliche Besamung bequemer, billiger und sicherer für alle Beteiligten. Dabei sollte man aber nie vergessen, dass diese Art der „Fohlenproduktion“ nur sehr wenig zu tun hat mit einer natürlichen Fortpflanzung, was sich auch auf die weitere Entwicklung und den Charakter des Fohlens auswirken kann.

Ein Hengst – mehr als nur „Besamer“

In der Natur läuft normalerweise ein Althengst mit einer Stutenherde mit. Daneben duldet er üblicherweise eine gewisse Anzahl von Junghengsten, solange diese sich unterordnen und ihm keine Stuten streitig machen. Kommen die jungen Herren in die Pubertät, werden sie üblicherweise vom Hengst aus der Gruppe vertrieben und tun sich in sogenannten „Junggesellengruppen“ zusammen. Hier werden sie erwachsen, und wenn sie sich reif genug fühlen, machen sie sich normalerweise daran, eine eigene Familie zu gründen. Die Aufgabe eines Hengstes in der Stufenherde ist neben der Verteidigung der Gruppe natürlich auch das Decken der Stuten. Dieser Vorgang hat nichts mit schnellem Sex zum Zweck der Fortpflanzung zu tun, sondern ihm geht ein tagelanges Werben um die Stute voraus. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Künstliche Besamung“ in Natural Horse 01/2018

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