vom Boden in den Sattel

von Barbara Welter-Böller

Illustration: Susanne Retsch-Amschler

Tragkraftentwicklung, Tragkrafterhaltung und Rehabilitation des Pferderückens vom Boden in den Sattel, und das bis ins hohe Alter – das wünscht sich jeder Reiter für sein Pferd. Ein nicht gerittenes Pferd trägt nur sein Eigengewicht mit dem Rücken und muss für das Reitergewicht trainiert werden. Idealerweise trainiert man das Pferd ohne Reitergewicht vom Boden heran und steigert kontrolliert die Belastbarkeit.

Um über die Tragkraftentwicklung und die -erhaltung einmal besser Bescheid zu wissen, sollte man die Anatomie des Pferdekörpers kennen und sich eines fragen: Welche Strukturen halten den Rücken und wie müssen sie beansprucht werden, um zu erstarken? Die Wirbelsäule wird erst einmal von Faszien in Form der spinalen Bänder dynamisch stabilisiert. Das ist einmal oben im Rücken das Nacken-Rücken-band-System, das sich aus dem Nackenband (Ligamentum nuchae) und dem Rückenband (Ligamentum supraspinale) zusammensetzt. Diese beiden Bänder hängen die Wirbelsäule bei ihrer Dehnung und Straffung ohne Muskeleinsatz von oben auf. Dies geschieht beim Grasen, wenn der Kopf des Pferdes am Boden ist, über den Ansatz des Nackenbands am Hinterhauptbein (physiologische Haltung 16 Stunden am Tag) und beim Dösen über den Ansatz des Nackenbands am zweiten Halswir-bel (Axis). In dieser Position wird der Kopf passiv vom Hinterhauptbein (Ligamentum nuchae) bis zum Axis und der Rest der Halswirbelsäule vom Axis und weiter ab dem dritten Brustwirbel über das Rückenband bis hin zum Kreuzbein gehalten. So wird beim Bewegen des Pferdes der Rücken von oben bei tiefer Kopfhaltung oder in der Dehnungshaltung von oben gehalten.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Tragkraftentwicklung des Pferderückens“ in Natural Horse Ausgabe 01/2019

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