Mit Spaß der Langweile entfliehen

von Caroline Sperling

Foto: Christiane Slawik

Foto: Christiane Slawik

Mit Abnahme des Tageslichts bereitet sich der Körper frühzeitig auf die kommende Kälte vor, indem er das Sommerfell abwirft und ein dichteres, stark isolierendes Winterfell nachschiebt. Der Grund, warum unsere vierbeinigen Freunde unter der Winterzeit oftmals leiden, ist, dass sie sich langweilen.

In vielen Reitställen werden die Koppeln ab Mitte/Ende Oktober geschlossen, damit die Grasnarbe über den Winter sich erholen kann. Hinzu kommen unter Umständen vereiste Ausreitwege und ungemütliche Temperaturen, was viele Reiter dazu bringt, Tag für Tag in der Reithalle ihre Bahnen zu drehen. Zudem sind viele Reiter Frauen, die sehr kälteempfindlich sind und im Winter den Stallaufenthalt zeitlich auf das Notwendigste begrenzen, um schnell wieder ins Warme zu kommen. Die Folgen für Pferde, insbesondere für die, die in der Box (Paddockbox eingeschlossen) gehalten werden, sind weit weniger Auslauf und eine täglich aufkommende Routine.

Frust und Verhaltensauffälligkeiten

Sich frei bewegen zu können ist, hiervon abgeleitet, eines der Grundbedürfnisse unserer Pferde, auch wenn wir sie domestiziert haben. Wird dieses Bedürfnis zu wenig gestillt, kommt es zu Frust und einem Anstauen der Energie, die häufig unter dem Sattel ausgelebt wird: von Durchgehen bis Abbuckeln des Reiters. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie Sich-Losreißen, Nicht-ruhig-stehen-Können, Treten, Beißen und so weiter sind nicht selten. Die Folgen können aber auch Stereotypien wie Koppen, Weben und Zungenspiel sein. Diese – einmal durch nicht artgerechte Haltung entwickelt – sind oft nicht mehr „abzugewöhnen“. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Winterbeschäftigung für Pferde“ in Natural Horse 04/2016

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