Was Seelenfreundschaft bedeutet

von Katrin Ehrlich

Foto: Christiane Slawik

Foto: Christiane Slawik

Pferde sind sozial hoch entwickelte Lebewesen, die in der Herde ein festes Gefüge, ihren Familienverband, besitzen. Die Herde besteht aus zwei bis zwanzig Tieren. Die Strukturen verändern sich nur, wenn die jungen Pferde alt genug sind und sich im Alter zwischen einem und vier Jahren nach außen orientieren oder es zu starken Differenzen untereinander kommt. Wir Menschen fügen die Pferde in Strukturen ein, die sie sich selbst nicht aussuchen. Gerade deshalb ist das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen, ein umso wertvolleres Geschenk.

Warten lohnt sich

Wie bei einer Partnerschaft kommt es sicher erst einmal auf die „Chemie“ an. Diese muss von Anfang an stimmen. Sympathie, das Gefühl, sich miteinander wohlzufühlen, kann nur erlebt, nicht gekauft werden. Sobald wir die Aura des Gegenübers spüren, zeigt sich recht schnell, ob man sich aufeinander einlassen möchte oder nicht. Alles Weitere darf wachsen und kann sich über Verständnis festigen. Bei einer Pferd-Mensch-Beziehung entscheidet der Mensch, wie weit er sich auf das Pferd einlassen kann und dessen artgerechte Lebensbedingungen in jeder Hinsicht achtet. Er zähmte und domestizierte das Pferd, um es sich für die jeweiligen Zwecke zunutze zu machen. Damit brachte er es in Gefangenschaft, ein Tier, das sich in der Weite unter freiem Himmel am wohlsten und am sichersten fühlt. Hier liegt ein wesensmäßiger, in Jahrmillionen angelegter Unterschied zwischen Mensch und Pferd.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Vertrauen, Freiheit, Sicherheit“ in Natural Horse 04/2016

Weitere Artikel in der gleichen Ausgabe