beim Training alter Pferde

von Dr. Ruth Katzenberger-Schmelcher und Yvonne Katzenberger

Alte Pferde benötigen eine längere Aufwärmphase als ihre jungen Kollegen: Bänder, Sehnen und Faszien verlieren an Elastizität. Auch die Gelenke sind nicht mehr so geschmeidig – die Produktion der Synovialflüssigkeit (also die Gelenkschmiere) muss über eine längere Zeit angeregt werden. Arthrosen, Steifheiten und Lahmheiten nehmen zu. Außerdem baut das Immunsystem tendenziell ab. Zudem schwinden Muskel- und Fettmasse – das hat wiederum Einfluss auf die Thermoregulation, das heißt auf den körperlichen Prozess, der für die Anpassung des Körpers an die klimatischen Verhältnisse zuständig ist. Für den Reiter besonders bedeutsam ist, dass die Sensomotorik alter Pferde eingeschränkt ist und sich koordinative Fähigkeiten wie zum Beispiel die Balancefähigkeit verschlechtern. Das alles sind natürliche Vorgänge im Pferdekörper, die von Pferd zu Pferd schneller oder langsamer, ausgeprägter oder weniger deutlich vor sich gehen. Wichtig ist dabei stets, das einzelne Pferd zu betrachten und keine Pauschallösungen für Pferde ab einer gewissen Altersgrenze zu suchen: Genauso individuell wie bei uns Menschen gestaltet sich der Alterungsprozess bei unseren vierbeinigen Partnern. 

Ein gutes Körpergefühl als Basis

Ein gutes Körpergefühl sorgt für koordinierte, balancierte Bewegungen, ein gutes Gleichgewicht und dafür, dass ein Pferd die Ausmaße seines Körpers einschätzen kann. Die Sensomotorik, also das Zusammenspiel der Sinnessysteme mit dem motorischen System, hängt damit maßgeblich mit der Reizverarbeitung über die Basissinne zusammen. Da mit dem Alter die Qualität der Sensomotorik abnimmt, sollten wir einen gezielten Blick auf die Förderung der einzelnen Sinnessysteme werfen. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Körpergefühl schulen“ in Natural Horse Ausgabe Spezial Pferdesenioren

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