Schritt für Schritt zur pferdegerechten Eingewöhnung

von Dr. Tanja Romanazzi

Foto: Dr. Tanja Romanazzi

In der freien Natur ist es ein natürlicher Vorgang, dass neue Pferde sich in eine bestehende Herde integrieren. Und dies geschieht sogar viel häufiger, als man früher angenommen hat. Professor Krüger berichtet zum Beispiel, dass 90 Prozent der Jungpferde ihre Muttergruppe verlassen und in eine neue Gruppe gehen. Das betrifft nicht nur die Hengste, sondern auch die Stuten. Integrationen in neue Herden gehören also zum normalen Pferdeleben dazu. Warum gibt es dann in Offenställen oftmals Probleme damit?

Welche Pferde in welche Herde?

Ich werde oft gefragt, welche Pferde denn nicht für eine Offenstallhaltung geeignet sind. Und ich antworte immer: Jedes Pferd kann in einem Offenstall leben, aber man kann nicht jedes Pferd in jede Herde integrieren. Es gibt verschiedene Problemkombinationen, die man vermeiden sollte.

Hengstige Wallache

Bei den Wallachen gibt es Vertreter, die sich gar nicht für Stuten interessieren, gern spielen und ansonsten freundlich vor sich hinleben. Und es gibt andere Wallache, die ein eher hengstiges Verhalten an den Tag legen. Sie bespringen regelmäßig Stuten, verteidigen sie gegen andere Wallache und kommen oftmals schlecht zur Ruhe, weil sie viel Zeit mit dem Aufpassen verbringen. Dieses Verhalten bringt in gemischte Gruppen einige Unruhe hinein. Die Integration von weiteren Pferden ist mühsam, die Stutenbesitzer sind besorgt und der betreffende Wallach ist oftmals zu müde zum Reiten. Solche Wallache sind daher nach meiner Erfahrung in reinen Wallachgruppen besser aufgehoben. Dort wird viel gespielt und es gibt keine Damen zum Beschützen.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Integration in eine Herde“ in Natural Horse 02/2018

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