Funktion und Behandlungsmöglichkeiten

von Barbara Welter-Böller

Foto: Christiane Slawik

Die wissenschaftliche Forschung in der Biologie befasste sich im 20. Jahrhundert fast ausschließlich mit dem Aufbau und der Funktion der Zellen. Der intrazelluläre Raum ist weitgehend erforscht und verstanden. Nun rückt auf einmal der extrazelluläre Raum in den Mittelpunkt der Betrachtung. Zellen sind für die Gewebskontinuität nicht verantwortlich, sie liegen zum Teil weit voneinander entfernt und können für die anatomische Form des Körpers und seiner Organe nicht zuständig sein. Es gibt aber keine leeren Räume im Körper, sondern sie werden von einem kontinuierlichen fibrillären Netzwerk, den Faszien, ausgefüllt.

Man kann anatomisch Organe, Muskeln, Sehnen, Nerven und Gefäße voneinander unterscheiden, aber alle diese Strukturen werden von dem feuchten und schimmernden Bindegewebe strukturiert und umgeben. Faszien sind aber nicht nur Verpackungsmaterial, sondern es handelt sich um das am reichsten sensibel innervierte Organ des Körpers. Durch die Dichte der sie besiedelnden Rezeptoren und deren verschiedene Arten sind sie für die Eigenwahrnehmung, die Tiefensensibilität und die Schmerzempfindung das wichtigste Gewebe. Die in den Faszien befindlichen Zellen kommunizieren in Schallgeschwindigkeit (circa 1100 km/h) miteinander, das ist dreimal schneller, als das Nervensystem arbeitet. In ihnen befinden sich auch Zellen, die für das Immunsystem wichtig sind, und somit spielt das Bindegewebe eine große Rolle in der Immunabwehr.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Wunderwelt Faszien“ in Natural Horse 02/2018

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