Zurück zum Ich-Bewusstsein

von Martina Kiss

Foto: Christiane Slawik

In der schnelllebigen Informationszeit geht uns der Moment und vor allem das Genießen desselbigen verloren, denn wir müssen stündlich (um nicht zu sagen, im 15-Minuten-Takt) noch schnell einige E-Mails checken, diese oder jene Onlineplattform besuchen und die Messages oder Whatsapps am Handy lesen. Dabei entgleitet uns das Gefühl für den Augenblick des Seins, und am Ende des Tages fragen wir uns: „Wo sind die Stunden geblieben?“ Wen sollte es da wundern, wenn wir auch unser Pferd zeitweise als eines der Dinge betrachten, die es zu  erledigen gibt.

Fallbeispiel Wolfgang und Angel

Wolfgang kommt überreizt aus dem Büro und will endlich Feierabend machen. Dann liest er verärgert die Mail auf seinem Handy und fährt gestresst zu seiner Stute. Von ihr erwartet er sich Verständnis und „den-Tag-loslassen-können“, ist aber selbst so angespannt, dass Angel ihn gar nicht wahrnehmen will. Sie nimmt wahr, dass da einer kommt, der mit seinen Gedanken so weit von ihr entfernt ist wie der Südpol vom Nordpol. Sie denkt nicht, sie agiert, indem sie ihn keines Blickes würdigt – und damit hat sie Wolfgang einen großen Schritt voraus. Denn sie lebt den Augenblick.
Der bedeutet für sie – du, Freund Mensch, bist heute und jetzt nicht „da“. Also bin ich auch nicht da. Meine Freunde, die anderen Pferde, sind da, also bin ich lieber mit ihnen zusammen.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Den Augenblick wahrnehmen“ in Natural Horse 02/2018

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