Gemeinsamkeiten von klassischer Reitlehre und manueller Therapie

von Ralf Döringshoff

Das Konzept „Gerittene Osteopathie®“ ist nichts Neues, sondern letztlich die konsequente Umsetzung der Kernforderungen der klassischen Reitlehre. Bei der Arbeit und reiterlichen Entwicklung des Pferdes stellt die klassische Reitlehre das Wohlbefinden des Pferdes und den Erhalt der natürlichen Grundgangarten in den Vordergrund, sie haben absolute Priorität. Denn hinter der Erhaltung der Natürlichkeit der Grundgangarten steht immer die Erhaltung eines gesunden Pferdes bis ins hohe Alter. 

Die „Forderung“ von Harmonie prägt die klassische Reitlehre. Der Begriff „klassisch“ sollte als Synonym für bewährt, beispielhaft, vollkommen stehen und dann offenbart sich: Alle Reitweisen (klassisch, klassisch-barock, Western) haben ihre Berechtigung, weil sie sich bei den entsprechenden Pferdetypen mit bestimmten Exterieurmerkmalen auch langfristig als sehr erfolgreich gezeigt haben. Aber woran wird dieser Erfolg bemessen? Im Sinne der Reitlehren an der Gesunderhaltung der Pferde, auch im Hochleistungsbereich. Die Basis für diesen Erfolg findet sich in den Kernforderungen jeder Reitlehre:

Wohlbefinden des Pferdes und Erhalt der natürlichen Grundgangarten

Es darf den Menschen schon berühren und auch stolz machen, wenn sich das Fluchttier bei ihm wohlfühlt, das ist die Antwort des Pferdes auf das Verhalten des Menschen ihm gegenüber. Der Fachbegriff der Reitlehre für diesen Anspruch ist die psychische Losgelassenheit, der die physische Losgelassenheit folgt. Die natürlichen Grundgangarten sind für das Fluchttier natürlich elementar, darum betrachten wir diese sehr genau.

Von der natürlichen Bewegung zur gesunden Effizienz

Das wichtigste Befundungsinstrument der (strukturellen) Osteopathie ist die segmentale Bewegungsanalyse. Hierbei sollen unharmonische Bewegungen des Pferdes in den einzelnen Körpersegmenten erkannt werden. Diese beinhalten mit Blick auf die Bedeutung der natürlichen (harmonischen) Bewegungen verschleißende Bewegungsmuster. Der erhöhte Strukturverschleiß führt zu Schmerzen, diese werden vom Pferd durch Kompensationsmechanismen (Muskelverspannungen) und Ausgleichsbewegungen beantwortet, was die Harmonie der Bewegungen immer massiver stört. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Gerittene Osteopathie®“ in Natural Horse Ausgabe 01/2021

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