— wie wichtig der passende Sattel ist

von Jochen Schleese (Sattlermeister und Sattelergonom)

Die meisten Menschen realisieren gar nicht, wie sehr sie sich selbst und ihren Pferden schaden können. Tatsache ist, dass es immer noch Sättel am Markt gibt, die die Entwicklung und die Bewegung des Pferdes behindern können. Es gibt immer noch Menschen, die argumentieren, dass es keinen physischen Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Becken gibt – wenn es um Sättel geht. (Beängstigend – und einige von ihnen sind sogar Pferdefachleute!)

Fakt ist, dass sich der Pferdekörper im Laufe seiner Entwicklung verändert – besonders im Alter von dreieinhalb bis acht Jahren. Das Tier würde unnötige Schmerzen und langfristige Rückenschäden erleiden müssen, wenn der Sattel im Laufe der Pferdeentwicklung nicht angepasst werden würde. Dazu gehört, dass einmal im Jahr der Sattel auf korrekte Anpassung überprüft wird – und das ist eine Mindestanforderung –, um eine kontinuierliche Gesundheit und damit verbundene Leistung zu gewährleisten. Das häufigste Dilemma bei der Sattelanpassung ist, ob der Sattel zuerst dem Reiter oder zuerst dem Pferd angepasst werden sollte. Oberst Alois Podhajsky, von 1939 bis 1964 Direktor der Spanischen Hofreitschule in Wien, erklärte dazu: „Der Sattel darf dem Reiter keine Beschwerden bereiten. Bei einer unbequemen Haltung ist es unmöglich, einen geschmeidigen Sitz zu erreichen. Ohne einen geschmeidigen Sitz ist es nicht möglich, eine Schwingung des Pferderückens zu erreichen. Wenn der Pferderücken nicht schwingen kann, leidet das Pferd unter Schmerzen und kann sich nicht versammeln.“ Punkt ist: Der Sattel muss sowohl dem Reiter als auch dem Pferd passen. Das heißt, der Sattel muss auch geschlechtsgerecht angepasst sein.

Hinter der Bewegung

Wir haben es alle schon im Unterricht gehört, aber was heißt es und – wichtiger ist – wie wirkt es sich auf Sie, Ihr Pferd und das Reiten aus? Als Reiter suchen wir alle eine harmonische Verbindung mit unseren Pferden, in der wir uns als eine Einheit bewegen, ohne von irgendetwas belastet zu werden. Dieses harmonische Gefühl der Bewegung mit dem Pferd ist, in der Bewegung zu sein. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Der geschmeidige Sitz“ in Natural Horse Ausgabe 01/2021

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