Was willst du mir sagen?

von Julie von Bismarck

Foto: Christiane Slawik

Als Beutetier ist das Pferd zuallererst darauf bedacht, jegliche Bedrohung so früh wie möglich zu bemerken und möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Um Ersteres zu garantieren, ist es mit einer ausgezeichneten Sensibilität zur Wahrnehmung von Anzeichen von Stress, Angst und Anspannung in allen anderen Lebewesen in seiner Umgebung ausgestattet: seien es andere Pferde in seiner Nähe, die Taube auf dem Baum, das Kaninchen im Gras, das Reh am Waldesrand – oder eben der Mensch am Führstrick oder auf seinem Rücken.

Das Pferd reagiert auf jede Form von Stress, Angst oder Anspannung in anderen Lebewesen mit der Vorbereitung auf die Flucht oder, wenn das nicht möglich sein sollte, den Kampf. Weshalb nicht nur die körperliche, sondern genauso die mentale Verfassung jedes Reiters, Pflegers, Ausrüsters von so entscheidender Bedeutung ist. Als Herdentier ist das Pferd gleichzeitig auf die Kommunikation mit den anderen angewiesen, und so hat es zum Zweck des „Unbemerkt-Bleibens“ seine Ausdrucksweise möglichst unauffällig gestaltet: Laute Geräusche wird man in einer Pferdeherde nur bei Gefahr oder im Kampf (in negativen, stressvollen Situationen) hören. Das sollte man bedenken, wenn man dazu neigt, sein Pferd beim Fertigmachen oder Reiten „vollzuquatschen“ oder aus Gründen der „Autorität“ laut zu werden.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „PferdeSignale richtig verstehen“ in Natural Horse 03/2018

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