Mit Aufmerksamkeit zur Balance

von Dr. Ruth Katzenberger-Schmelcher und Yvonne Katzenberger

Pferde sind wahre Künstler, wenn es um die Balance geht. Sie gleichen auch körperliche Defizite unter Aufwand von enormer Kraft und Technik aus. Was dabei oft auf der Strecke bleibt, ist die eigene Körperwahrnehmung, da Pferde aus der Evolution gelernt haben, dass das Überleben das Ziel ist. Mit gesunder Bodenarbeit schult man diese Körperwahrnehmung und bereitet das Pferd auf das Gewicht des Reiters im Sattel vor. Lernt ein Pferd seinen Körper wahrzunehmen, wirkt es nicht nur schöner, sondern wird auch fitter und gelassener bis ins hohe Alter.

Körperwahrnehmung – was ist das überhaupt?

Zunächst meint man mit „Wahrnehmung“ die Aufnahme und Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und vom Pferd selbst. Diese Reize werden von den Sinnessystemen des Pferdes aufgenommen und über das Nervensystem an das Gehirn weitergeleitet, wo sie entsprechend verarbeitet werden.

Die drei wesentlichen Sinnessysteme sind die sogenannten Basissinne:

  1. Das taktile System (Oberflächen-sensibilität),
  2. das propriozeptive System (Tiefensensibilität) und
  3. das vestibuläre System (Gleichgewichtssinn)

sorgen durch diesen Vorgang dafür, dass Pferde ihren Körper wahrnehmen können. Hat ein Pferd eine gute Körperwahrnehmung, kann es seine eigenen Ausmaße gut einschätzen, zeigt koordinierte und bewegungsökonomische Bewegungen und verfügt über ein gutes Gleichgewicht. Hat es aber Defizite in der Körperwahrnehmung, kann es zu Problemen kommen, die Pferdebesitzer im Alltag gern als Unart, Faulheit oder Ungehorsam missverstehen.

Körperwahrnehmung ist trainierbar

Die gute Nachricht ist: Wir können nicht nur unsere eigene, sondern auch die Körperwahrnehmung unserer Pferde trainieren. Damit beschäftigt sich die Ergotherapie für Pferde oder Pferdeergotherapie, bei der es insbesondere darum geht, die Wahrnehmung des Pferdes über die Basissinne zu schulen und zu fördern. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Körperwahrnehmung ergotherapeutisch schulen“ in Natural Horse Spezial Ausgabe Boden- und Freiarbeit

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