Beweglich bis ins hohe Alter

von Sandra Fencl

Bodenarbeit bedeutet nicht nur eine Ergänzung zum Reiten. Das Spiel und die Gymnastizierung am Boden können eine sinnvolle Beschäftigung für Körper und Geist und eine gesunde Abwechslung bei Rekonvaleszenz oder bei älteren Pferden sein, damit die Geschmeidigkeit der Muskeln und die Mobilisierung der kleinen grauen Zellen immer gegeben sind. So mancher Pferdebesitzer entdeckt dabei seine Liebe zur kreativen Beschäftigung am Boden – und erkennt, wie aufmerksam und freudig sein Pferd mitmachen kann.

Manchmal hat man als Pferdebesitzer Pech. Das Pferd vertritt sich, hat einen Hufabszess oder bekommt einen Schlag ab, und der Tierarzt verordnet „Boxenruhe“. Vielen Pferden wird dabei schnell langweilig, und dauert die Boxen ruhe länger, bauen die Muskeln ab oder die Faszien werden unelastischer. Es gibt aber Übungen und sinnvolle Körpertechniken, die man als Pferdebesitzer in solchen „Krisenzeiten“ ausführen kann – um sein Pferd einerseits im Kopf zu beschäftigen, andererseits das Wohlbefinden zu verbessern und für etwas Abwechslung zu sorgen. Alle Übungen kann man auch wunderbar in die Bodenarbeit mit einbauen. Generell empfehle ich für die Übungen, die Pferde 25 Minuten im Schritt aufzuwärmen. Einige Übungen wie die Effleurage und die „Stellung im Stand“ können auch unaufgewärmt durchgeführt werden. Bei allen anderen Lektionen sollte man das Pferd 25 Minuten im Schritt vorab bewegen.

„Stellung im Stand“

Die Übung „Stellung im Stand“ kann einer-seits die Schiefe des Pferdes korrigieren helfen, andererseits lernt das Pferd, sich vom Menschen geduldig und gehorsam in kleinen Detailbewe-gungen mobilisieren zu lassen. Um dem Pferd die „Stellung im Stand“ möglichst einfach zu „erklären“, positioniert man sich seitlich vom Pferd. Eine Hand hält das Pferd direkt am Kappzaum, die andere Hand wird zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel (je nach Pferdegröße circa 5 Zentimeter hinter dem Genick) positioniert. Wenn man das Pferd nach links stellen möchte, übt die rechte Hand leichten Druck auf den Übergang zwischen erstem und zweitem Halswirbel aus. Nur ganz kurz zeitversetzt danach führt man mit der linken Hand die „Nase“ des Pferdes vorsichtig nach innen. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Gesundheitsfördernde Gymnastikübungen“ in Natural Horse Spezial Ausgabe Boden- und Freiarbeit

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