… gewinne ich Vertrauen

von Ulrike Dietmann

Foto: Christiane Slawik

Pferde reagieren auf unsere Angst, sogar auf unsere unbewusste Angst. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Angst fühlen, dass wir sie uns bewusst machen. Pferde sind Fluchttiere, sie sind sehr sensibel gegenüber Angst, denn ihre feine Wahrnehmung von Angst sichert ihr Überleben. Schwierig wird es für Pferde, wenn wir unsere Angst unterdrücken. Das macht ihnen mehr Angst, als wenn wir unsere Angst fühlen. Wie können wir lernen, unsere Angst zu fühlen? Was hindert uns daran? Wie können wir sogar lernen, unsere Angst zu umarmen, sie als hilfreich wahrzunehmen im Umgang mit Pferden? Fragen wir die Pferde selbst. Denn sie sind wundervolle Lehrer im Umgang mit Angst.

Angst bewusst machen

Was können wir tun? Wir können lernen, uns unsere Angst bewusst zu machen. Wir können lernen, echte Ruhe auszu-strahlen. Wir können unsere Angst kennenlernen. Wir können lernen, zu unserer Angst zu stehen. Wenn wir das tun, entdecken wir riesige Schätze. Wir entdecken, wie sehr uns unsere unbewusste Angst im Wege steht, und wir entdecken, dass die Angst gar nicht so schlimm ist, wie wir dachten. Wenn wir unsere Angst umarmen, anstatt sie zu verdrängen, erleben wir tiefe Begegnungen mit den Pferden. Die Pferde sagen uns dann: Hey, ich fühle deine Angst und deshalb habe ich Vertrauen zu dir. Und hier kommt der entscheidende Punkt: Für die Pferde macht es einen großen Unterschied, ob wir selbst unsere Angst fühlen oder ob wir uns etwas anderes einreden. Wenn wir so tun, als wären wir ruhig, während wir eigentlich Angst haben, sind wir inkongruent für die Pferde.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Wenn ich die Angst umarme …“ in Natural Horse Ausgabe 01/2019

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