Pferde trainieren mit Herz, Hirn, Wissen und Gefühl

von Mona Schäfer

Viele Menschen haben ein ungutes Gefühl dabei, Pferde „auszubilden“. Sie bringen es oft mit körperlicher, mentaler und emotionaler Unterdrückung oder zumindest vielfältiger Beschränkung in Verbindung. Natürlich erleben wir das so viel zu oft. Aber ist deshalb jede Form der Ausbildung negativ? Diese Einstellung hat viel damit zu tun, wie Wissensvermittlung in Familien, Schulen und Unternehmen stattfindet. Wir können Ausbildung aber auch in einem neuen Licht sehen: als fantastische Möglichkeit, all die in uns und unseren Pferden angelegten Schätze weiterzuentwickeln. Wenn wir uns in der Pferdewelt umschauen, sehen wir viel Not, die meistens von Menschen verursacht wurde. Wie ist das mit uns Menschen? Ist es notwendig, dass wir uns bilden beziehungsweise ausbilden lassen?

Unterstützung bei der individuellen Entwicklung

Ist Aus-Bildung also nicht immer eine positive Form der Unterstützung auf dem Weg, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und sie zu entwickeln? Objektiv betrachtet wäre vieles von dem, was wir in der Pferdewelt erleben, weit weg von der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs „Ausbildung“. Mit diesem Verständnis könnten wir uns getrost von vielem verabschieden, was uns als nötig angepriesen wird. Wir erinnern uns: Nötig kommt von not-wendig. Wenn also Methoden und vermeintliche Hilfsmittel in die Not hinein – statt aus ihr hinausführen, läuft etwas an dem eigentlichen Sinn vorbei. Der individuellen Aus-Bildung beider Partner sind sie definitiv nicht dienlich. Bei uns selbst kennen wir das: Als Kinder oder Jugendliche haben wir Talente und Fähigkeiten in uns entdeckt, die im Lauf unseres Lebens dann doch keinen großen Raum mehr eingenommen haben. Andere Themen kamen von außen und legten sich über unsere eigenen Wünsche, Träume und Ziele. Sie wieder zu entdecken, ist meist Freude auf allen Ebenen. Mit der Ent-Wicklung ist es ähnlich: Vieles erscheint uns verworren und wir und unsere Pferde haben uns oft in mehrere Probleme verwickelt oder sogar tief verstrickt. Ein guter Ausbilder schaut mit Erfahrung und Weitsicht auf uns und unser Pferd und hilft uns, Verstrickungen zu lösen: Wir entwickeln uns mit seiner Unterstützung. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Wie viel Ausbildung braucht das Pferd?“ in Natural Horse Ausgabe 02/2021

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