im Sattel besiegen

von Dr. Birgit Harenberg

Foto: Christiane Slawik

Angst im Umgang mit dem Pferd kann viele Ursachen haben: ein oder mehrere Stürze, Kontrollverlust (im Gelände), Vertrauensverlust durch schmerzhafte und negative Erlebnisse, das Beobachten von Reitunfällen, Stürzen oder traumatischen Ereignissen. Während manche Ereignisse schnell vergessen werden (können), bleiben andere Geschehnisse im Kopf und sind verantwortlich für unser „Kopfkino“. Der Gedanke: „Was ist, wenn …“, prägt und bestimmt unser Zusammensein mit dem Pferd.

Wird nun aufgrund der negativen Vorerfahrungen des Menschen der Trecker als stressauslösend eingestuft, kommt es zu einer Reaktion im Körper, bei der die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden. Diese Hormone haben Wirkung auf den Körper und die Körpersprache: Der Puls erhöht sich, die Atmung wird flacher, die Pupillen erweitern sich (starrer Blick), die Blutversorgung in herznahen Gefäßen nimmt ab (kalte Füße), die Körpertemperatur steigt (Angstschweiß). Der Körper stellt sich auf Flucht, Angriff oder Starre ohne Beteiligung des Bewusstseins ein. Der Reiter verlagert unbewusst sein Gewicht nach vorn, die Zügel werden nachgefasst, die Hände sind fest verschlossen und der Blick ist starr. In diesen Momenten verhalten sich die Reiter entsprechend ihres angeborenen Raubtier-Instinktprogramms. Das Pferd spürt nun das „Raubtier“ auf seinem Rücken sitzen. Auch das Pferd hat den Trecker wahrgenommen.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Die Angst des Menschen“ in Natural Horse Ausgabe 01/2019

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