Grundlagen & Zusammenhänge

von Dr. Christina Fritz

Mineralstoffe sind für das Leben so wichtig wie Sauerstoff. Ohne sie funktionieren keine Stoffwechsel prozesse im Körper, wäre keine Bewegung möglich und hätten die Knochen keinerlei Stabilität. Wir unterscheiden dabei im Sprachgebrach meist nach Mineralien (Mengenelementen), Spurenelementen, Mikroelementen (Seltenen Erden) und Elektrolyten. Chemisch gesehen sind es jedoch alles Mineralstoffe.

Mineralstoffaufnahme im Darm wird genau gesteuert

Mineralstoffe können – im Gegensatz beispielsweise zu Proteinen – vom Körper nicht selbst synthetisiert werden, sondern müssen vom Pferd über die Nahrung aufgenommen werden. Ob sie im Grundfutter enthalten sind oder als Mineralfutter zugefüttert werden, alle Mineralstoffe lösen sich während des Verdauungsprozesses im wässrigen Nahrungsbrei. Dabei lösen sie sich von ihrem Bindungspartner, mit dem sie in trockenem Zustand verbunden sind, und liegen als freie Ionen in der Flüssigkeit vor. So wird beispielsweise aus dem Kochsalz des Salzlecksteins (NaCl) im Nahrungsbrei Na+ und Cl–.

Die Aufnahme von Stoffen aus dem Nahrungsbrei in den Organismus erfolgt in der Darmwand immer aktiv und kontrolliert. Nahrungsbestandteile docken an spezia-lisierte Rezeptoren in der Darmwandzelle an und werden hier erkannt. Je nachdem, welcher Rezeptor aktiviert wurde, kann dieser spezielle Nahrungsbaustein aktiv von der Darmwandzelle aus dem Nahrungsbrei auf genommen werden. Das passiert zum Beispiel bei Zuckerrezeptoren. Zucker im Nahrungsbrei wird niemals abgelehnt, son-dern immer resorbiert, denn er stellt bei einem Wildpferd, dessen Nahrungsgrundlage extrem energiearm ist, einen wichtigen, schnellen Energieträger dar. Anders ist das bei den Rezeptoren für Mineralstoff-Ionen. Diese liegen in der normalen Nahrung von Pferden in sehr unterschiedlichen Mengen vor. Calcium ist beispielsweise fast immer im Überschuss, während Phosphor fast immer im Mangel ist. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Wie wichtig sind Mineralstoffe?“ in Natural Horse Ausgabe 04/2019

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