Paddocktalk mit Gerd Römbke

von Kirsten Fleiser

Gerd Römbke wurde schon mit fünf Jahren vom Pferdevirus infiziert, als sein Vater mit Nachbars Kaltblüter den Acker bestellte. Geruch, Kraft und Sanftmut dieses Riesen faszinierten ihn sofort. Mit zehn Jahren bekam er einen Shettywallach zum Freund. Die gemeinsame Zeit wurde mit Kutschefahren und Spielen verbracht. Der erste Reitunterricht mit dreizehn wurde schnell wieder beendet und Gerd blieb Freizeitreiter. Erst in einem Springstall verfeinerte er seine Fertigkeiten durch die angeleitete Arbeit mit Jung- und Korrekturpferden.

Gemeinsames Gehen genießen

Die Art und Weise, wie sich Gerd Römbke mit Pferden beschäftigt, erinnert ein wenig an Maria Montessori´s „Hilf mir, es selbst zu tun“. Die individuelle Persönlichkeit des jeweiligen Tieres gibt den Ausbildungsweg für den menschlichen Schüler vor. Dieser wird dahingehend begleitet, wie er seinem Pferd Neues vermitteln kann, ohne dieses selbst bereits zu beherrschen. Auch wenn jede Einheit einem roten Faden folgt, ist dieser für den Betrachter und auch für die Beteiligten nicht immer direkt erkennbar. Es gilt folgende Einstellung: die Antwort des Pferdes immer als richtig anzunehmen und die Frage daraufhin anzupassen. So kann sich durchaus die Reihenfolge im Lernprozess der einzelnen Übungen, Lektionen und Tricks ändern. Die im Folgenden skizzierten Bausteine bilden die Zutaten zu Gerd Römbke´s Trainingsrezept.

Freiwilligkeit

Das Pferd kann selbst entscheiden, inwieweit es sich anschließen oder mitmachen möchte. Als Kommunikationsmittel dient eine lange und sehr flexible Gerte mit weichen Fransen zum gezielten Touchieren auch schlecht erreichbarer Körperstellen. Diese kann ein Weglaufen des Pferdes nicht verhindern, sondern vergrößert lediglich den Abstand gegenüber der Arbeit mit der bloßen Hand und präzisiert die Signale. Genauso kann auch das Pferd eigene Ideen auf freiwilliger Basis einbringen, wenn es sich motiviert und sicher fühlt. …

Lesen Sie mehr zu Gerd Römbke im Artikel „Von Motivation und Freiwilligkeit“ in Natural Horse Ausgabe 04/2019

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