Warum wir Jungpferden mehr Zeit geben müssen

von Petra Haubner

Foto: Tom Haubner

Viele verbinden mit dem Anreiten eines Pferdes dramatische Szenen, wie bockende und nervöse Pferde, Stress und Anstrengung. So muss es nicht laufen. Das Anreiten kann eine Zeit der Freude, Motivation und Harmonie sein, wenn wir es gut genug vorbereiten und es fair, liebevoll und mit Leichtigkeit gestalten. Dann kann das Anreiten ruhig und entspannt ablaufen, auch wenn das Pferd älter als drei oder vier Jahre ist. Die ersten Erfahrungen sitzen besonders tief in der Pferdeseele. Wenn wir Pferde wollen, die vertrauensvoll und motiviert an unserer Seite durchs Leben gehen, Pferde, die gesund alt werden, und Pferde, die wache Augen haben und strahlen, sollten wir ihnen auch die Zeit für ihre Kindheit und ihre Teenagerjahre geben, damit sie sich seelisch und körperlich entwickeln können

Drei Mythen um das Anreiten von Jungpferden

Mythos 1: „Die körperliche Entwicklung braucht das Anreiten.“ Sehnen, Bänder, Knochen und Muskeln müssten schon früh immer wieder auch belastet werden, um sich dadurch besser zu entwickeln, heißt es zum Beispiel als Argument für das frühe Anreiten der Pferde. Es kann schon sein, dass die Sehnen und Bänder auf Belastung mit Entwicklung reagieren. Die Frage ist nur, wie diese Belastung aussehen sollte und in welche Richtung sich Sehnen und Bänder durch Belastung entwickeln. Deswegen ist es unglaublich wichtig, dass Fohlen nicht in Boxenhaltung groß werden, sondern ihr Fohlen- und Jungpferdeleben hauptsächlich in Bewegung auf der Weide verbringen. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Pferdeausbildung – zu früh?“ in  Natural Horse Ausgabe 04/2018

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