ergotherapeutisch fördern

von Ruth Katzenberger-Schmelcher und Yvonne Katzenberger

Foto: Nick Verlohr

Die Ergotherapie wird den meisten Menschen als anerkannter medizinischer Heilberuf aus dem Humanbereich geläufig sein. Doch auch Pferde können von den Prinzipien der Ergotherapie profitieren. Bei der Pferdeergotherapie geht es ebenso wie im Humanbereich insbesondere um die Schulung der sogenannten Basissinne. Pferde haben – so wie wir Menschen – drei Basissinne, die sich bereits im Mutterleib entwickeln: das taktile System, das vestibuläre System und das propriozeptive System.

Das taktile System ist für die Wahrnehmung der Oberflächensensibilität und das propriozeptive System für die Wahrnehmung in der Tiefensensibilität verantwortlich. Das vestibuläre System stellt das Gleichgewichtssystem dar. Die Sinnessysteme nehmen Reize auf, leiten sie über das Nervensystem und das Gehirn weiter, wo diese Reize entsprechend weiterverarbeitet werden. Deswegen spricht man – vereinfacht ausgedrückt – von „Wahrnehmungsverarbeitung“. Das Zusammenspiel der Basissinne sorgt also dafür, dass Pferde (oder Menschen) ihren eigenen Körper überhaupt wahrnehmen können: Mithilfe der Basissinne können Ausmaß und Grenzen des Körpers richtig eingeschätzt, aber auch Muskelkraft gezielt eingesetzt oder geordnete Bewegungen ausgeführt werden.

Defizite bei der Wahrnehmungsverarbeitung

Die Wahrnehmungsverarbeitung über die Basissinne ist die Grundlage für die Fähigkeit zur Körperwahrnehmung. Ebenso wie bei uns Menschen funktioniert die Wahrnehmungs- verarbeitung aber nicht bei jedem Pferd gleich gut, was weitreichende Folgen für das Pferd haben kann: Viele als Unart missverstandene Verhaltensweisen können auf einer nicht adäquaten Wahrnehmungsverarbeitung beruhen. Pferde, die sehr unsicher laufen, triebig sind, zum Stolpern neigen oder immerzu auf eine Seite drängeln, können Probleme haben, die auf einer defizitären Wahrnehmungsverarbeitung beruhen. Solche Pferde sind im Volksmund dann „wenig trittsicher“ oder „nicht in Balance“. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Trittsicherheit und Balance“ in  Natural Horse Ausgabe 04/2018

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