Wie kann man Pferde artgerecht und naturnah halten?

von Dr. Christina Fritz

Der Trend zur artgerechten Pferdehaltung sorgt dafür, dass immer weniger unserer Vierbeiner ihr Leben in Boxen fristen und immer mehr in Gruppen- und Auslaufhaltung stehen. Diese erfreuliche Entwicklung sorgt auf der anderen Seite dafür, dass Boden befestigt werden muss, um nicht im Matsch zu versinken. E-Zäune müssen vom Bewuchs freigehalten, Holz mit Holzschutzmitteln behandelt werden, damit es nicht rottet. So gleichen viele Pferdeställe eher versiegelten Wüsten als blühenden Landschaften.

Auf der Strecke bleibt bei der Balance der unterschiedlichen Bedürfnisse meist der Umweltschutzgedanke. Dabei muss es kein zusätzlicher Aufwandsfaktor sein, sondern alle können davon profitieren, wenn man sich sowohl bei der neuen Anlage eines Stalls als auch bei der stetigen Ver-besserung ein paar Gedanken in diese Richtung macht.

Bodenversiegelung – ein Pferdestallproblem

Pferde sorgen schon allein durch ihr Gewicht und die meist große Anzahl pro Quadratmeter dafür, dass der Boden, auf dem sie sich bewe-gen, verdichtet und mit der Zeit versiegelt wird. Ein frisch angelegter Winterauslauf, der im ersten Winter noch durchaus trocken war, wird spätes-tens im dritten regnerischen Winter zur knietie-fen Matschwüste, weil das Wasser nicht mehr ver-sickern kann. Vor allem rund um die Raufen, an der Wasserstelle und an den Eingängen muss man aufpassen, dass der Gummistiefel nicht stecken bleibt, wenn man sein Pferd holen will.

Ganz ohne Bodenbefestigung funktioniert es in praktisch keinem Stall. Statt aber große Rechtecke in Betonwüsten zu verwandeln, bietet sich gerade für Pferde das Paddocktrail-System an. Denn hiermit schafft man deutlich längere Laufwege für die Pferde als bei einem flächig angelegten Paddock, ohne dafür unbedingt mehr Boden versiegeln zu müssen. Vor allem ist die Befestigung nicht großflächig, sondern in Streifen über das Gelände verteilt, sodass auch bei Starkregen das Wasser direkt auf Bereiche mit Bewuchs abgeleitet werden kann, wo es problemlos versickert. Schüttet man die Trails auf, läuft das Wasser nach links und rechts ab, sodass Pferd und Abmister nicht durch die Pampe stapfen müssen. Das beugt schon mal der Entwicklung tiefer Matschwege vor. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Ökologische Pferdehaltung“ in Natural Horse Ausgabe 03/2021

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