Die Vorteile von Kappzaum & Co.

von Lisa Kittler

Foto: Lisa Kittler

Überall können Sie Pferde auf Paddocks oder Weiden entdecken, die die anspruchsvollsten Lektionen einer jeden Ausbildung völlig frei ausführen. Der Hengst tänzelt in der Passage um seine Stute, Wallache galoppieren auf der Stelle im Terre á Terre, bevor sie in eine wilde Jagd starten, und Stuten erheben ihre Vorderbein zum Spanischen Gruß, um lästige Wallache auf Abstand zu halten.

Diese Bilder allein müssten jeden Kritiker der gebissfreien Ausbildungsansätze zum Nachdenken anregen. Wenn Pferde in der Natur völlig frei alle Lektionen ausführen können, wozu braucht der Ausbilder dann zwangsläufig ein Gebiss im Maul des Pferdes? Ich möchte die Gebissreiterei nicht pauschal ablehnen, immerhin kann das Mundstück in geschulten Reiterhänden ein sehr feines Kommunikations- und Arbeitsmittel sein.

Aber Kappzaum & Co. haben einige Vorteile. Zum einen umgehen sie die Platzproblematik im Pferdemaul inklusive aller negativen Konsequenzen. Zum anderen kann durch ihren Einsatz das Pferdemaul für einen eventuellen späteren Einsatz eines Gebisses sensibel gehalten werden, da die Einwirkung über das Nasenbein, das Genick und/ oder die Kinngrube erfolgt. Dies sind Bereiche am Pferdekopf, die zumindest durch eine Hautschicht geschützt sind. Außerdem besitzen die gebissfreien Zäumungen meist eine größere Auflagefläche als ein Mundstück, sodass sich eventuell entstehender Druck breiter verteilen kann und damit weniger scharf einwirkt. In der Geschichte der Reitkunst war vor allem der Kappzaum ein sehr präsentes Ausbildungswerkzeug der „alten Meister“. So empfahl zum Beispiel Jean Francois de la Gueriniere, den Kappzaum so lange beim Reiten einzusetzen, bis sich ein Pferd leicht und sicher in allen Gangarten in jeder Situation bewegen lässt. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Anspruchsvolle Lektionen frei vom Gebiss“ in

Natural Horse Spezial Gebissfrei reiten

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