Wenn die Hinterhand zittert

von Dr. Christina Fritz

Obwohl Shivering ein altbekanntes Krankheitsbild ist und in der Zeit unserer Großväter als „so verbreitet wie Schmutz“ (1) galt, ist es den meisten Pferdehaltern eher unbekannt. Trotz ihres Alters und ihrer Verbreitung ist über diese Krankheit erstaunlich wenig bekannt, obwohl die Forschung sich seit Langem bemüht, mehr darüber herauszufinden. Aber was ist Shivering eigentlich und was unterscheidet das Symptombild von anderen seltsamen Bewegungsstörungen?

Shivering und Hahnentritt – zwei ganz unterschiedliche Symptombilder 

Besonders häufig wird Shivering verwechselt mit Hahnentritt. Beide Erkrankungen betreffen in der Regel die Hinterbeine, aber das Symptombild ist sehr unterschiedlich. Der Hahnentritt ist in der Regel in der Bewegung zu beobachten. Wird das Pferd vorwärtsgeführt, dann reißt es das Hinterbein nach oben-vorn, manchmal auch mit einer ausladenden Schwungbewegung nach außen-vorn-oben.

Manche Pferde reißen das Bein so hoch, dass sie ich mit dem Fesselkopf selbst gegen den Bauch schlagen. Beim Absetzen ist die Bewegung eben-so willkürlich, oft knallt der Huf mit voller Wucht auf den Boden. Das Phänomen kann an einem Hinterbein auftreten oder an beiden, es kann symmetrisch aussehen oder auch asymmetrisch: Ein Bein wird nach außen geschwungen, das andere gerade nach vorn-oben. Immer ist die Bewegung heftig und sieht so aus, als ob das Pferd kaum eine Kontrolle über die Bewegungssteuerung hätte. Bei manchen Pferden mit Hahnentritt verschwindet das Symptom, wenn sie sich „eingelaufen“ haben oder wenn sie unter Spannung stehen, beispielsweise beim Reiten.

Es gibt einige erfolgreiche Dressur- und Springpferde, die Hahnentritt zeigen, aber nur in der Ruhebewegung, zum Beispiel wenn man sie im Schritt aus der Box führt, nicht aber unter dem Reiter oder bei schneller Bewegung. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Shivering“ in Natural Horse Ausgabe 04/2020

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