– beim Menschen beginnen

von Gertrud Pysall

Wir müssen zwischen dem Wildpferd und dem domestizierten Pferd unterscheiden. Durch die Begegnung mit uns Menschen während und kurz nach der Geburt findet in dem Fohlen eine Prägung auf uns statt. Das bedeutet, es etabliert sich ein unauslöschbares Bedürfnis in ihm, mit Menschen zusammen sein zu wollen. Mit seinen instinktgegebenen Vokabeln spricht es uns sofort gleichermaßen an wie seine Mutter. Es empfindet uns als zu ihm gehörig. Die nicht angeborenen Wörter, Regeln, Rituale erwirbt es später im Lauf der ersten drei Jahre von seiner Mutter und den Pferden seiner Herde.

Daraus folgt konsequenterweise eine Erwartung des Pferdes an uns, die Besitzer. Es will reden und es will verstanden werden. Ob es verstanden wird, spürt es an unseren Antworten und unserem Umgang, gleichermaßen, wie wir es bei uns Menschen untereinander auch erleben. Es ist wesentlich für das Pferd, sich mit seinem Menschen verständigen zu können.

Die Muttersprache der Pferde erlernen

Dazu bedient sich das Pferd seiner Muttersprache, der Sprache der Pferde. Nun ist es leider so, dass wir Menschen in der Regel diese Sprache weder verstehen noch sprechen. Wir haben einen wesentlichen Anteil zu erfüllen, indem wir diese Fremdsprache sowohl verstehen als auch sprechen lernen sollten und dabei die Regeln der Pferdegesellschaft einhalten. Natürlich ist das nicht ganz leicht und im Handumdrehen gemacht. Aber es ist erlernbar und im Grunde ein Must-do. Damit wäre die erste Voraussetzung erfüllt, dem Wesen des Pferdes gerecht werden zu können. Doch selbst wenn wir behaupten, diesen Part glorreich zu erfüllen, kommen wir nicht automatisch zu einem pferdegerechten Verhalten. Da gibt es noch eine zweite Komponente, und das sind wir selbst. Auch wir Menschen sind vom Leben geprägt worden, ohne uns über das Ausmaß dessen bewusst zu sein. Wir brauchen nicht weniger Verständnis für unsere Wesensart als für die des Pferdes. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Dem Wesen des Pferdes gerecht werden“ in Natural Horse Ausgabe 03/2019

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