Foto: Christiane Slawik

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von Christina Fritz

Das Thema der Magengeschwüre wurde lange Zeit als „Rennpferdekrankheit“ abgetan.

Erst nachdem 2011 Studien veröffentlicht wurden, die eindeutig auch das Auftreten von Magengeschwüren an (klinisch ansonsten gesunden) Sportpferden nachwiesen, wurde das Interesse an diesem Thema geweckt. In diesen Studien konnte nachgewiesen werden, dass bis zu 90% der per Gastroskop untersuchten Pferde Magengeschwüre aufwiesen. Und das, obwohl diese Pferde nicht die bis dahin als typisch angesehenen Symptome wie häufiges Gähnen, Flehmen, Anfälligkeit für Koliken oder ähnliches zeigten. Es lohnt sich daher, sich mit diesem Thema ein bisschen genauer zu beschäftigen, um herauszufinden, warum diese Erkrankung so häufig ist. Denn sie betrifft nicht nur Sport- und Hochleistungspferde, sondern bedingt durch Fütterung und Haltung auch immer häufiger Freizeitpferde.
Pferde sind Dauerfresser

Der Pferdemagen reagiert dementsprechend empfindlich, sobald kein Rauhfutter mehr nachkommt. Damit verlängert sich zwar die Verweildauer im Magen, aber nach spätestens vier bis sechs Stunden wird der Nahrungsbrei weitgehend in den Dünndarm abgegeben. Der Magen läuft also „leer“. Auf solche Leerzeiten ist das Pferd als Dauerfresser jedoch nicht vorbereitet. Hunde und Katzen kommen mit Futterpausen sehr gut zurecht. Ihr Magen stellt dann die Produktion von Magensäure ein und ist auch insgesamt von einer dicken Schleimschicht ausgekleidet, sodass er gut mit pH-Werten von 1 umgehen kann. Das ist sinnvoll, damit diese Tiere nicht nur mit langen Fresspausen, sondern auch mit ihrer teilweise stark keimbelasteten Nahrungsgrundlage zurecht kommen.
Kein Futter = Magenschmerzen

Das Pferd ist jedoch ein Dauerfresser, daher läuft die Produktion der Magensäure auch bei (vom Menschen künstlich produzierten) Raufutterpausen weiter, sodass bald hochgradig saurer Magensaft im hinteren Magenanteil steht. Gleichzeitig ist die Magenschleimhaut jedoch nicht ausreichend gegen diese Säuren geschützt. Insbesondere im vorderen Magenbereich, wo unter normalen Umständen nur pH-Werte von 5-6 herrschen, ist keine ausreichende Schleimschutzschicht gegeben. Bewegt sich das Pferd jetzt, so spannt es die Bauchmuskulatur an. Dadurch wird der Magen zusammengedrückt und die Magensäure vom hinteren Anteil in den (leeren) vorderen Anteil gepresst. Sie verätzt die Magenschleimhäute, was zunächst zu Magenschleimhautentzündungen und langfristig zur Entstehung von Magengeschwüren, also Wucherungen im Bereich der verätzten Entzündungsstellen, führt. Die meisten Magengeschwüre findet man folglich auch im vorderen Bereich, und zwar immer im Zusammenhang mit wenig Raufutter und langen Raufutterpausen.

… lesen Sie mehr im Artikel „Oft unentdeckt – Magengeschwüre beim Pferd“ in Natural Horse 01/2014

Natural Horse 01/2014 ist vergriffen, aber als epaper noch erhältlich!

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