von Lisa Kittler

Foto: Lisa Kittler

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Immer wieder erlebe ich beim Unterrichten Eskalationen zwischen Pferd und Mensch, die nicht hätten sein müssen. In der Regel ist die Inkonsequenz des Menschen die Ursache. Gefühlte 100 Mal hat das Pferd beispielsweise angefragt, ob es wirklich auf die Führungsqualitäten seines Besitzers vertrauen kann oder lieber selbst die Leitung übernehmen soll. Beim Führen ging es immer zuerst los oder wendete selbstständig in eine andere Richtung ab. Der Mensch kam ja schon hinterher. Futter konnte es sich auch selbst aus der Bauchtasche erbetteln – bereitwillig steckte der Besitzer ihm die Karotte ins Maul. Prinzipiell musste immer der Mensch aufpassen, wo er stand. Das Pferd hatte schließlich schon seinen Platz gewählt – auch wenn der manchmal auf den Füßen des Zweibeiners war. Dem Pferdebesitzer fallen diese vielen kleinen Anfragen meist gar nicht auf. Erst in der Eskalation wird der Mensch sich des Problems bewusst.

Herdentier Pferd

Konsequenz müssen die Pferde nicht erst im Umgang mit dem Menschen kennenlernen. Es ist ihnen schon aus ihrem  Gruppenverband, in den sie (hoffentlich) hineingeboren werden, bekannt. Die Herdenstrukturen sind nach neuesten Erkenntnissen der Verhaltensbiologie nicht so hierarchisch gegliedert, wie es die Vertreter der Dominanztheorie annehmen (wollten). Trotzdem lassen sich im Herdenleben klare Regelstrukturen erkennen. Wer darf zum Beispiel zuerst an die neu gefüllte Raufe gehen oder wem ist es erlaubt, näher an der Stute zu stehen beim Dösen?

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Konsequenz schafft Vertrauen – Klare Regeln mit dem Partner Pferd“ in Natural Horse 02/2016

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