Mit Gefühl zur freien Bewegung

von Bettina Löber

Foto: Bettina Löber

Was passiert, wenn wir unser Pferd nicht länger nach Kriterien des Funktionierens wahrnehmen und stattdessen herausfinden wollen, wer er oder sie wirklich ist? Wenn wir mit einseitiger Kommunikation nach dem Schema „Mensch spricht – Pferd macht“ nicht mehr zufrieden sind und anfangen, ihm zuzuhören, nicht nur vor dem Training, sondern auch dabei? Wenn wir nicht nur den Strick abmachen, sondern auch  psychischen Freiraum schaffen, indem wir sein Verhalten nicht durch Kategorien wie „richtig“ und „falsch“ bewerten?

Tauschen wir also mal die Rollen und hören unserem Pferd dabei zu, wie es im gemeinsamen Raum zu uns „spricht“. Wir setzen uns auf einem Platz, einer Weide oder in einer Halle zu unserem Pferd und tun – nichts! Unsere Botschaft an das Pferd ist: „Ab jetzt bestimme nicht mehr ich permanent über den Raum. Wir wechseln uns ab, und jetzt bist du dran.“ Wir verbringen komplett absichtslose Zeit mit unserem Pferd und geben ihm die volle Freiheit zu entscheiden, ob und wie es Verbindung zu uns aufnehmen möchte und wo seine Wohlfühldistanz gerade liegt. Für die meisten Pferde ist allein das schon eine völlig überraschende Erfahrung. Aber nicht nur für die Pferde. Es ist für viele Menschen schon ein Schritt, diese Zeit tatsächlich zu schenken und nichts vom Pferd zu wollen, auch nicht mental oder emotional. Es ernst zu meinen mit dem Loslassen. …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Freiarbeit mit Herz“ in Natural Horse 04/2017

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