Mehr als nur neues Fell

von Elke Malenke

Mehr als nur neues Fell

Wenn die Tage kürzer und kälter werden, beginnt für Pferde eine anspruchsvolle Anpassungsphase. Beim Fellwechsel werden nicht einfach alte Haare abgestoßen und neue gebildet: Stoffwechsel, Hormonsystem und Energiehaushalt stellen sich auf den Winter ein. Wirkt ein Pferd jetzt müde, weniger belastbar oder entwickelt stumpfes Fell, Schuppen oder Juckreiz, kann das auf eine bereits vorhandene Stoffwechselbelastung hinweisen. Der Fellwechsel wirkt dann wie ein Verstärker.

Hochleistung für den Stoffwechsel

Die Bildung von Millionen neuer Haarzellen benötigt viel Energie und hochwertige Proteine. Besonders wichtig sind essenzielle Aminosäuren, denn Haare bestehen überwiegend aus Keratin. Gleichzeitig müssen Stoffwechselprodukte über Leber, Nieren, Darm und Haut verarbeitet werden. Pferde mit einer stabilen Stoffwechsellage bewältigen diese Anforderungen meist problemlos.

Im Herbst kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Futterangebot, Temperaturen und Tageslicht verändern sich. Gleichzeitig bewegen sich viele Hauspferde weniger. Wildpferde reduzieren im Winter zwar ebenfalls ihre Aktivität, bleiben aber täglich in Bewegung, fressen über viele Stunden und leben in stabilen Sozialgruppen.

Bewegung und Ruhe gehören zusammen

Regelmäßige, selbstbestimmte Bewegung unterstützt Darmmotilität, Lymphfluss und Stoffwechsel. Ebenso wichtig ist soziale Stabilität. Häufige Umgruppierungen, Isolation und andere Stressfaktoren können den Organismus zusätzlich belasten.

Gute Versorgung als Basis

Die wichtigste Unterstützung ist eine ausgewogene Grundfütterung: hochwertiges Heu, genügend strukturreiche Fasern, eine passende Energiezufuhr sowie eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung. Auch hochwertige Proteine beziehungsweise essenzielle Aminosäuren unterstützen die Haarneubildung.

Ein reibungsloser Fellwechsel ist deshalb mehr als eine Frage schöner Haare. Er zeigt, wie gut der gesamte Organismus mit den Anforderungen des Herbstes zurechtkommt. Auffälligkeiten können wertvolle Hinweise geben, Fütterung, Haltung und Management genauer zu betrachten.

Foto:Christiane Slawik

Dies ist eine KI generierte Zusammenfassung der Artikels. Den vollen Artikel mit Details findest du in Natural Horse 64