Raimund Kniffki aus der Sicht des Pferdes

Foto: Christiane Slawik

Alles, was ich sehe, was ich spüre, wenn du dich mir näherst, ist dein innerer Kampf gegen deine Gefühle, deine Angst vor Emotionen, vor Schmerz und vor Angst. Du versuchst, deine Rollen aufrechtzuerhalten. Du spielst mir etwas vor. Das ist sicher gut gemeint, aber dieser Kampf kostet Energie und sorgt für Spannungen im Körper. Ich sehe diese Spannungen. Du kämpfst in deinem Inneren und sagst mir damit: „Achtung – da ist eine Gefahr!“ Ich suche die Gefahr – ich renne aufgeregt hin und her – ich gucke – ich suche – ich finde sie nicht. Alles, was ich sehe, ist dein Körper, der mit gesenkten Schultern, die die Last deines Lebens tragen, vor mir hergeht. Alles, was ich sehe, ist ein Mensch, der eine oberflächliche Atmung hat, was mich sehr an ein ängstliches Hecheln erinnert. Angst ist sehr präsent in deinem Leben und zeigt sich mir auf den verschiedensten Ebenen.

Dein Körper sagt mir: „Es gibt eine Gefahr!“ Ich kann sie aber nicht sehen. Ich kann das nicht verstehen, warum jemand so atmet, wie du atmest, und doch keine Gefahr da ist. Ich kann nicht verstehen, warum jemand so viel Spannung im Körper hat und doch nicht flüchtet. Ich kann nicht verstehen, warum jemand geistig abwesend sein kann und trotzdem denkt, dass er auf mich aufpassen kann. Wie kann ich dir so vertrauen? …

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Pferdeangst“ in Natural Horse 03/2017

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