„Vertrauen Sie ihrem Gefühl!“

von Ilja van de Kasteele

Foto: Christiane Slawik

Häufig wird in der Pferdeausbildung mit Druck gearbeitet. Sobald das Pferd die entsprechende Reaktion zeigt, nimmt der Mensch den Druck sofort weg. Was logisch klingt, ist aus Pferdesicht nicht wünschenswert.

Er wirkt entweder direkt auf den Körper, indem das Pferd zum Beispiel mit der Gerte geschlagen oder mit dem Schenkel vorwärtsgetrieben wird. Oder er wirkt auf den Geist und die Seele, zum Beispiel wenn ein Pferd nicht versteht, was und warum es etwas tun muss. Diese Art des Umgangs ist, bis auf wenige Ausnahmen, in unserer westlich geprägten Gesellschaft leider völlig akzeptiert.

Für negativen Druck oder Stress, den wir auf das Pferd ausüben, sind folgende Faktoren kennzeichnend: Unser Verhalten missachtet die natürlichen Bedürfnisse unseres individuellen Pferdes. Wir agieren aus eigenem Interesse und nicht zum Wohlwollen des Pferdes. Wir bedienen uns körperlicher Aktionen, die direkt auf die Persönlichkeit des Pferdes zielen, ohne wohlwollendes Gefühl. Und hier haben wir das entscheidende Wort für einen Umgang mit Pferden jenseits von Druck: Gefühl. Gefühl drückt sich durch eine positive Energie aus, die sowohl körperlich als auch geistig/ seelisch wirken kann.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Charisma statt Gewalt“ in Natural Horse 03/2017

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