Ursachen und Lösungsansätze

von Dr. Vivian Gabor

Foto: Christiane Slawik

Empfindet ein Pferd Angst, ist seine gesamte Aufmerksamkeit erhöht und die Sinneseingänge sind höchst empfindlich. In solch einer Situation kann schon ein kleiner Schreckreiz genügen, um die Fluchtreaktion auszulösen. Pheromone im Schweiß des Pferdes warnen die Artgenossen vor Gefahr – Angstschweiß riecht anders als Schweiß einer körperlichen Anstrengung.

Wie auch wir Menschen gehen Pferde unterschiedlich mit Angst um. Dies ist begründet in verschiedenen Stressbewältigungsstrategien. Die „aktiven Bewältiger“ (active coper) interagieren in einer solchen Situation aktiv mit ihrer Umwelt. Sie treten die Flucht an oder verteidigen sich. „Passive Bewältiger“ (passive Cover) kommen bei hohem Stress, den die Angst auslöst, in eine Lethargie oder Apathie. Sie wirken in sich gekehrt und erscheinen „erlernt hilflos“. Erlernte Hilflosigkeit bedeutet, dass das Pferd für sich die Erfahrung gemacht hat, in negativen Situationen sich nicht aus eigener Kraft helfen zu können, um die Umstände zu verbessern.

Das Pferd sollte in seiner Angst nicht bemitleidet werden, ihm sollte in dieser Situation geholfen werden. Wenn man mit dem Pferd beispielsweise im Gelände unterwegs ist und es anfängt, sich auf Außenreize zu fokussieren, wäre der erste Schritt, die Aufmerksamkeit des Pferdes wieder auf sich zu lenken.

Lesen Sie mehr zum Thema im Artikel „Angst beim Pferd“ in Natural Horse 03/2017

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